Dorfnacht (anhaltinisch)

In naher Ferne, gemessen am
Abstand der Häuser nur,
heult ein einsamer,
unzufriedener Hund.

Im Garten Eden,
dem des Nachbarn,
bewegt der Wind
die Blätter sacht.

Weit draußen,
auf freiem Felde,
geht nächtens es um:
Dort verirrten, vor mehr
als dreihundert Jahren,
zwei Liebende sich.

Die Kaiserlichen aber,
waren nicht weit.

Mit letztem Blaff
versucht der Hund
die Nacht noch einmal
zu durchbohrn‘,
der Mond scheint doch
zu fehlen ihm.

In mehr als
dreihundert Jahren sind
uns näher gerückt,
nachts über die Felder,
die Kaiserlichen,
bedrohlicher noch.

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