Aus den Briefen der Asylantenkinder

Aus dem Brief des ersten Asylantenkindes:
Wir wohnen in einer schönen deutschen Stadt. Die schöne deutsche Stadt durchströmt ein alter deutscher Fluß. Löschwasser ist also glücklicherweise immer vorhanden.

Aus dem Brief des zweiten Asylantenkindes:
Die Menschen in Deutschland haben eine ganz andere Farbe. Aber die Farbe scheint ihnen nicht zu gefallen, darum wechseln sie diese sehr häufig.

Aus dem Brief des dritten Asylantenkindes:
Außer vielen kleinen gibt es auch viele große Deutsche. Großer Deutscher möchte ich aber nie sein, die sind meist schon sehr lange tot.

Aus dem Brief des vierten Asylantenkindes:
In Deutschland rauschen viele alte Eichen. Besonders viel zu rauschen haben sie im Herbst. Dann gibt es Nebel und der ist sehr gut für die Tarnung.

Aus dem Brief des fünften Asylantenkindes:
Fast alle Deutschen nennen sich Bürger. Die Nichtdeutschen hingegen werden nur beim Ausbürgern Bürger genannt.

Aus dem Brief des sechsten Asylantenkindes:
Wenn es einmal brenne, beruhigte mich eine nette deutsche Tante, sei das gar nicht so schlimm. Auch die Kinderchen damals hätten von ihrem Tod gar nicht viel mitbekommen.

Aus dem Brief des siebenten Asylantenkindes:
Die deutschen Ureinwohner loben ihr Bier und schwören auf dessen Reinheit. In ihren Köpfen jedoch, haben sie erst viel reines Bier getrunken, scheint es dennoch wirr zuzugehen.

Aus dem Brief des achten Asylantenkindes:
Deutsche Helden kommen fast immer in deutschen Heldensagen vor. Doch nicht alle deutschen Helden konnten bisher in deutschen Heldensagen Platz finden. Drum wäre es besser, es würden noch mehr deutsche Heldensagen erfunden.

Aus dem Brief des neunten Asylantenkindes:
Die deutschen Parteien sind alle streng demokratisch. Demokratie hat was mit Mitte zu tun. Und in der Mitte hält man es ja auch besser aus, als am Rande.

Aus dem Brief des zehnten Asylantenkindes:
….und es gibt eine deutsche Art, dem Nachbarn die Ellbogen auch noch lächelnd in die Rippen zu hauen. Die Einheimischen sagen Schunkeln dazu.

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