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Neuerscheinung


 

Martin Gerhard Reisenberg

Geboren wurde ich, Martin Gerhard Reisenberg, 1949 zusammen mit der DDR, was nur Zufall war, keineswegs aber ein gewollter – ausgerechnet am lustigen 11.11.

  • denn ich wurde zur Problemgeburt, wurde etwas beschädigt beim auf-die-Welt-Kommen, was ich später immer wieder, auf Befehl der elterlichen Obrigkeit, zu verbergen hatte
  • denn wir lebten in einem kleinen anhaltinischen Dorf, ab meinem 5. Lebensjahr allein, meine Mutter und ich, dort beobachtete jeder jeden
  • ich nahm eine keineswegs zu normale Entwicklung, suchte mein Heil oft in der Flucht ins Reich der Literatur, wurde schnell als dorfuntauglich angesehen – die schulischen Leistungen, also meine, waren über Jahre hinweg mehr als nur solide, vor allem im Fach Deutsch (im Pubertätsalter rissen sie leider etwas ab)
  • Schuld trug allerdings auch mancher Motivationsverlust, da mir, infolge meiner miesen Handschrift, die auch aus den Folgen der Geburtsschädigung, sowie dem Zwangslernen mit rechts resultierte, ich bin ansonsten absoluter Linkshänder, fast chinesische Verhältnisse erwuchsen, ich dafür angebrüllt wurde und dastehen mußte, wie ein Volksschädling während der Kulturrevolution – während einige Noten wegen eben dieser Form ständig herab gesetzt wurden – tolle Pädagogik!
  • nach der Schule lernte ich Schriftsetzer, holte, unterbrochen durch die Armeezeit, das Abitur abends nach

  • die Militärzeit absolvierte ich bei der Bereitschaftspolizei in Halle, strengte mich zu Beginn auch an, da draußen meine erste große Liebe wartete, ich also möglichst oft in den Ausgang wollte – späterhin war ich entsetzt über manchen Lug und Betrug, auch über die Qualitäten einzelner Militärs, schrieb viele „Schmankerln“ über Vorgesetzte und Militärleben, kam aber einigermaßen heil davon
  • mein kritisches Denken wuchs aufgrund der Erlebnisse in einem Chemiebetrieb, in welchem ich „mallochte“, um vor dem Studium noch mehr Reserven anzulegen
  • mit einem Wunschstudium klappte es nicht, so stieg ich ins Studieren des Bibliothekswesens ein, arbeitete in den Ferienzeiten in sehr verschiedenen Bereichen, was meine Kenntnis gewisser DDR-Schwächen vervollkommnete
  • spätestens seit dem 20. Lebensjahr schrieb ich sehr kontinuierlich, schloß mich in Leipzig, meinem Studien- und späteren Wohnort auch einem Schreibzirkel an – ein Bewerbungsversuch am Literaturinstitut klappte nicht, ich versuchte es auch niemals wieder

  • auch zweite und dritte Liebe scheiterten, usw., erst in meinen späten Dreißigern schloß ich mich mit einer viel jüngeren Partnerin zu einem festen Bündnis zusammen
  • woraus später auch unser Kind resultierte, welches den Namen Tilman erhielt und uns vor allem viel Freude bereitete
  • ich arbeitete nach dem Studium zuerst in einer staatlichen Kultureinrichtung, war für die aber zu rebellisch, zog 1979 ins Bibliothekswesen ein, Uni-Bibl. Leipzig, erlebte dort, im Austausche für meine Arbeitskraft, ein einigermaßen famoses Dasein
  • in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts erkrankte ich etwas schwieriger, mit den Folgen habe ich immer wieder zu fechten, bewältige dies aber auch

  • 2001 trennte sich unsere schöne kleine Familie, betont friedlich, wir halfen uns auch gegenseitig weiter, wie die Umstände es erforderten
  • mein Sohn wuchs indessen heran, entwickelte sich mehr als nur gut, was mir auch wohl tat
  • ich schrieb, sozusagen auf eigene Rechnung, immer weiter, dies und das kam auch veröffentlicht unter die Leute
  • und werde wohl, bis zum Tode, kaum etwas anderes tun

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